Das InnovationsCentrum Osnabrück ist das neue Technologie- und Gründerzentrum der Region Osnabrück. Das ICO befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Campus Westerberg der Hochschule und Universität Osnabrück und bietet Raum für innovative und technologieorientierte Unternehmen und Start-ups!

Mit dem „Pierre Track“ Feinstaubbelastungen auf der Spur

Das Unsichtbare sichtbar machen wollen airney-Gründer Andre Schulte-Südhoff (rechts) und Vertriebler Markus Schölzel (links) mit ihrem „Pierre Track“. Auch Christian Hoff vom WIGOS-Unternehmensservice hofft auf den Erfolg des mobilen Messgerätes für Luftqualität. Foto: WIGOS / Kimberly Lübbersmann

 
Mobile Messstation macht Luftqualität sichtbar / Startup in Bad Laer freut sich über gute Messeresonanz

Er ist klein, kompakt und passt an jeden Gürtel oder an die Hemdtasche: Der neu entwickelte „Pierre Track“ des Startup-Unternehmens „airney“. Die Messstation ist das erste mobile Gerät dieser Art, das nicht nur die Luftqualität in Echtzeit misst, sondern alle Daten an einen Server überträgt, analysiert und damit je nach Bedarf des Nutzers etwa über vernetzte Filteranlagen oder Heizungen eine Steuerung zulässt. Gründer Andre Schulte-Südhoff will mit der Neuentwicklung einen breiten Kundenkreis ansprechen: „Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der Produktionshalle über Großraumbüro und Kindergarten bis hin in den privaten Wohnbereich“, ist  Schulte-Südhoff überzeugt.

Mit Luft kennt er sich bereits bestens aus: Er ist Geschäftsführer des Familienunternehmens Schuko in Bad Laer. Mit 180 Mitarbeitern an acht Standorten ist die Unternehmensgruppe seit über 45 Jahren einer der europaweit führenden Hersteller von Absauganlagen und Filtertechnik, die etwa in der Holz-, Kunststoff-, Papier- und Metallindustrie zur Entsorgung von Staub- und Späneabfällen eingesetzt werden. Die Idee für den „Pierre Track“ kam Schulte-Südhoff bei einem Vortrag vor Kunden, die ihn mit einem Anliegen ansprachen. „Sie wollten in der Lage sein, die Luftqualität an einem individuellen Arbeitsplatz messen zu können, etwa in einem Großraumbüro mit einer Vielzahl von Druckern oder beim Wechsel von Filtern einer Filteranlage“, erinnert er sich.

Die Idee war geboren, doch der Weg zur Serienreife des fertigen Produktes war noch lang. „Dabei fehlte mir auch die Kompetenz in Sachen Elektronik.“ Nach einem Kontakt mit der Wirtschaftsförderung WIGOS des Landkreises Osnabrück war das passende Knowhow schnell gefunden: Die WIGOS stellte den Kontakt zur EDL Rethschulte GmbH her, die vor allem Entwicklungsleistungen im Bereich von Elektroniksystemen für Kraftfahrzeuge und Beleuchtungssystemen anbietet. „Das Unternehmen arbeitete im InnovationsCentrum von Landkreis und Stadt Osnabrück und ist in seiner Entstehungsphase von unserem gemeinsamen Gründerhaus begleitet worden“, erläutert Christian Hoff vom WIGOS-Unternehmensservice.

Ein Glückstreffer, so bewertet Schulte-Südhoff heute diese Zusammenarbeit, die innerhalb von rund zwei Jahren zu einem ausgereiften Produkt führte. Dann folgte die App-Entwicklung, denn der „Pierre Track“ lässt sich über das Smartphone ablesen, es können Messgruppen gebildet und die Messergebnisse bei Bedarf über einen längeren Zeitraum gespeichert werden.  Neben den Feinstaubwerten gibt die handliche Messstation auch Auskunft über Temperatur, Luftfeuchtigkeit, so genannte flüchtige organische Verbindungen, CO2, den Sauerstoffgehalt und den Luftdruck.

Einen ersten Mitarbeiter hat das Startup bereits: Markus Schölzel kümmert sich seit einigen Wochen um den Vertrieb. Wie der Gründer selbst brennt auch er für den „Pierre Track“. „Wir haben schon die ersten Messevorstellungen absolviert, unter anderem auf der Pharmamesse in Basel. „Die Resonanz war ausgezeichnet“, so Schölzel zufrieden. In Kürze zieht er von seinem provisorischen Büro bei Schuko in einen Container. „Ein Startup muss doch eigentlich im Container oder einer Garage Fahrt aufnehmen, oder?“ zwinkert Schulte-Südhoff seinem Vertriebler zu. Der Fokus der beiden liegt natürlich zunächst klar auf dem deutschen Markt. Doch dann – wer weiß? „Weltweit sterben rund vier Millionen Menschen jährlich an den gesundheitlichen Folgen hoher Feinstaubwerte“, skizziert Schulte-Südhoff. Er kann sich deshalb vorstellen, dass der „Pierre Track“ langfristig auch für ausländische Kunden etwa in China oder Indien hochinteressant sein wird.